Für sein Untertauchen hat der Fluss sich Immedingen
Dass die Donau zeitweilig unter der Erde verschwindet, kann man in allen Reiseführern lesen, ein Geheimnis ist das längst nicht mehr. Aber das Phänomen sorgt noch immer für Neugierde unter den Radwanderern. Für sein Untertauchen hat der Fluss sich Immedingen erwählt, in einer Windung fern des Euroradwegs. Nun heißt es also vom Fahrrad steigen und die 1000 Meter zu Fuß laufen, die uns von diesem Phänomen trennen, das sich durch das poröse Juragestein an dieser Stelle erklärt. Die Donau sickert hier in das Gestein und taucht zwölf Kilometer weiter wieder ans Tageslicht. An diesem Tag hat es, das muss man sagen, viel geregnet. Und auch die Tage zuvor. In der Sprache der Wetterfrösche: Eine Regenperiode hat das Gebiet heimgesucht. Als ich an besagtem Ort ankomme, sehe ich rein gar nichts. Die Donau jedenfalls verschwindet hier nicht unter Tage – ganz im Gegenteil: Sie fließt freudig und übersprudelnd durch einen grünen Wald. Ein junger, bitter enttäuschter Holländer versucht barfüßig mitten im Fluss seine Ermittlungen weiterzuführen, dem angeblichen Schwund auf der Spur. Vergebens. Als ich zurückkehre, finde ich auf einem Schild schließlich die Erklärung: Die Donau verschwindet nur durchschnittlich 155 Tage im Jahr unter der Erde, nämlich dann, wenn eine Warmwetterperiode zeitweilig ihren jugendlichen Schwung bremst!






