Die Flüsse sind die Wiege der Menschheit; ihre fruchtbaren Schwemmlandböden stellten für den Menschen von jeher eine reichhaltige Nahrungsquelle dar; als Verkehrsweg ermöglichten sie dem Menschen sich fortzubewegen und dienten ihm zum Transport von Gütern. An den europäischen Flüsse kann man die Spuren dieser frühen, menschlichen Präsenz immer noch bewundern. Auf dem Euroradweg (Eurovéloroute) sind alle Epochen und Stilrichtungen vertreten: römische Festungen, romanische, gotische oder barocke Kirchen, Schlösser aus dem Mittelalter, der Renaissance oder dem Neoklassizismus, Industriestandorte aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Der Radreisende selbst entscheidet, ob er absteigt, um diese Zeugen vergangener Zeiten zu besichtigen, oder ob er sie nur vor seinen Augen vorbeiziehen lassen möchte. Manchmal treffen unterschiedliche Stile in ein und derselben Stadt, oder von einem Flussufer zum anderen aufeinander. So findet man an der Donau überladene barocke neben protestantischen Kirchen: zwei unterschiedliche Baustile, die sich zur Zeit der Reformation und Gegenreformation gegenseitig zu übertrumpfen versuchten, um sich die Gläubigen streitig zu machen!